Berlin, 8. April 2026 – Am 14. April eröffnet Elke Büdenbender, Juryvorsitzende des Margot Friedländer Preises und Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, die szenische Lesung „Sie waren Neun. Der Weg in die Freiheit“ von Gwen Strauss im Dom St. Marien in Wurzen. Neun Schauspielerinnen aus der Serie „In aller Freundschaft“ und „Die jungen Ärzte“ unter der Regie von Thomas Rühmann erzählen 81 Jahre nach den realen Ereignissen die Geschichte von neun jungen Frauen aus der Résistance, die Konzentrationslager, Zwangsarbeit und Todesmarsch durch einen Sprung ins Rapsfeld überlebten.
Grundlage der Lesereihe, die entlang der Route des Todesmarsches stattfindet, bildet die deutsche Übersetzung des US-Bestsellers „Sie waren Neun“ von Jugendlichen der Evangelischen Kirchenjugend unter der Leitung von Diakon Fabian Hanspach. Sie wurden hierfür und für die Aufklärung über NS-Verbrechen in Wurzen 2025 mit dem Margot Friedländer Preis ausgezeichnet.
Schauspieler und Regisseur Thomas Rühmann las die deutsche Übersetzung im Frühjahr 2025, war berührt und ergriff die Initiative. Er erarbeitete mit neun Schauspielerinnen eine Fassung für die Bühne in der Überzeugung: „Wenn wir unsere Geschichte vergessen, kriegen wir auch die Zukunft nicht hin. Die Gegenwart sowieso nicht.“
Elke Büdenbender lobte 2025 die Evangelische Jugendarbeit Wurzen mit den Worten: „Wir leben in einer Zeit, in der rechtsextreme Parolen wieder lauter werden. In der Menschen angegriffen werden, weil sie anders aussehen, anders glauben, anders leben. In der manche versuchen, die Geschichte zu relativieren. Umso wichtiger sind Orte wie die Evangelische Jugendarbeit Wurzen. Orte, an denen junge Menschen lernen: Demokratie ist nicht selbstverständlich. Orte, an denen sie erfahren: Wir können etwas bewegen. Orte, die zeigen: Geschichte ist kein Staub im Archiv – sie ist eine Verantwortung im Heute.“
Die Lesereihe „Sie waren Neun“ zeigt, dass die Arbeit von Fabian Hansbach und den Jugendlichen Wirkung zeigt.
„SIE WAREN NEUN. Der Weg in die Freiheit“ von Gwen Strauss
Mitwirkende Schauspielerinnen:
Andrea Kathrin Loewig, Marijam Agischewa, Claudia Wenzel, Julia Jäger, Christina Petersen, Rike Schäffer, Leslie-Vanessa Lill, Sarah Alles, Vanessa Rottenburg
Regie/Dramaturgie: Thomas Rühmann
Musik: Clemens Christian Poetzsch
Produktions- und Regieassistenz: Kathleen Gaube
Technische Leitung: Fabian Hanspach
Termine:
13.04.2026 19 Uhr Nikolaikirche Leipzig
14.04.2026 19 Uhr Dom Wurzen
15.04.2026 19 Uhr Dom Wurzen
16.04.2026 19 Uhr St. Aegidien Oschatz
17.04.2026 19 Uhr St. Aegidien Oschatz
18.04.2026 18 Uhr Dreikönigskirche Dresden
19.04.2026 16 Uhr Theater am Rand Oderaue
Informationen:
https://www.evkirche-wurzen.de/sie-waren-neun-tickets
Die Margot Friedländer Stiftung wurde im Sommer 2023 von der Holocaustüberlebenden Dr. h.c. Margot Friedländer ins Leben gerufen. Die Stiftung verfolgt ausschließlich gemein-nützige Zwecke. Sie setzt das Lebenswerk ihrer Stifterin fort, die sich für Toleranz und Menschlichkeit sowie für Freiheit und Demokratie engagierte. Schirmherr der Stiftung ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Der Vorstand der Stiftung, zu dem Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, Prof. Monika Grütters, Dr. Mathias Döpfner, Bundespräsident a.D. Dr. h.c. Joachim Gauck und Dr. Nico Raabe gehören, ist ehrenamtlich tätig und wird von einem 17-köpfigen Kuratorium beraten.
Der Jury für den Margot Friedländer Preis 2025 gehören Elke Büdenbender (Juristin und Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier), Joe Chialo (Senator a.D.), Arne Friedrich (ehem. Fußballnationalspieler, Podcast-Host und Stifter), Anahita Thoms (Rechtsanwältin), Gonca Türkeli-Dehnert (Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen) und Heike Maria von Joest (Unternehmerin) an.