„Schaut nicht auf das,
was Euch trennt.
Schaut auf das,
was Euch verbindet.“
Margot Friedländer
Margot Friedländer
Akademie
Mit der Gründung der Margot Friedländer Akademie schaffen wir eine nachhaltige Struktur für unsere Bildungsarbeit. Ziel ist es, die Botschaften und das Vermächtnis Margot Friedländers langfristig zu bewahren und an jüngere Generationen weiterzugeben. In Kürze finden Sie hier unsere Bildungsangebote für junge Menschen, Schulen und Lehrkräfte.
Mit der Margot Friedländer Akademie wird die Mission unserer Stifterin konsequent fortgeführt:
Erinnerung bewahren
Margot Friedländer forderte insbesondere junge Menschen dazu auf, die Rolle von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der NS-Verbrechen zu übernehmen, wenn sie selbst nicht mehr berichten können – und sich aktiv für Demokratie, Freiheit und Menschlichkeit einzusetzen.
Vor Hass und
Ausgrenzung warnen
Sie machte eindringlich auf die Gefahren von Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit aufmerksam und rief dazu auf, diesen frühzeitig entgegenzutreten.
Menschlichkeit und
Verantwortung stärken
Ihr Appell gilt einem respektvollen und mitfühlenden Miteinander sowie der Bereitschaft, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen.
Bildung und
Aufklärung fördern
Durch Aufklärung stärkte Margot Friedländer das Bewusstsein für den Erhalt der Demokratie. Wer die Mechanismen versteht, die zu Diktatur, Verfolgung und Genozid geführt haben, kann die Werte einer freiheitlichen Gesellschaft wirksam verteidigen.
Hoffnung und
Versöhnung leben
Trotz ihrer persönlichen Erfahrungen kehrte Margot Friedländer nach Deutschland zurück. Sie betonte stets: Die junge Generation trägt keine Schuld, aber sie trägt Verantwortung.
Margot Friedländer Fellows
Die Botschaft Margot Friedländers an junge Menschen weiterzutragen – das ist Idee und Auftrag der Margot Friedländer Fellows. In der Akademie werden junge Lehramtsstudierende und andere Interessierte zu Margot Friedländer Fellows ausgebildet.
Die Ausbildung folgt dem Ansatz der „Zweitzeugenschaft“, also des biografischen Erzählens anhand persönlicher Lebensgeschichten: Am Beispiel des Lebens und Handelns von Margot Friedländer soll den Fellows ein emotionaler Zugang zu den Folgen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung ermöglicht werden.
Im Rahmen der einwöchigen Ausbildung lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Bezüge zum eigenen Alltag herzustellen und Methoden anzuwenden, um Ausgrenzung in ihrem Umfeld mutig entgegenzutreten. Margot Friedländer ist hierbei ein Vorbild für Haltung, Mut und Engagement – bis ins hohe Alter.
Im Anschluss an ihre Ausbildung werden die Fellows selbst in Schulen aktiv und gestalten Workshops oder Projekttage zum Leben Margot Friedländers. Die Ausbildung des ersten Fellow-Jahrgangs mit 20 Teilnehmern wird im November 2026 stattfinden. Alle weiteren Informationen zur Bewerbung finden Sie rechtzeitig hier.
Avatar
Es war Margot Friedländer ein zentrales Anliegen, ihre Zeitzeugenschaft in die Zukunft zu tragen. Deshalb haben wir bereits zu ihren Lebzeiten und mit ihrem Einverständnis einen digitalen „Zwilling“ entwickelt, der es künftig ermöglicht, über eine Website mit ihr in den Dialog zu treten.
Der Avatar basiert auf einer Datenbank mit über 2.400 Zitaten Margot Friedländers und gibt ausschließlich authentische Aussagen wieder. Die Zuordnung von Fragen und passenden Antworten erfolgt mithilfe Künstlicher Intelligenz. Auf diese Weise entsteht ein interaktiver Dialog zwischen Margot Friedländer und nachfolgenden Generationen.
Aufbauend auf dieser digitalen Begegnung wird die vertiefte Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit in der Gegenwart angeregt. Zugleich eröffnet sich ein Zugang zum reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz sowie zur Stärkung von Medienkompetenz im schulischen Kontext.
Der Avatar bringt die Zeitzeugin Margot Friedländer virtuell in die Klassenzimmer und steht Schülerinnen und Schülern ab Jahrgangsstufe 9 kostenfrei für Fragen zur Verfügung. Lehrkräfte erhalten eine fundierte didaktische Handreichung für den Einsatz im Unterricht und können ergänzend eine Online-Fortbildung buchen.
Aktuell befindet sich der Avatar in der Testphase, die in enger Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten der Freien Universität Berlin und der Hebrew University of Jerusalem durchgeführt wird.
Lehrmaterialien und Fortbildungen
Margot Friedländer hat unermüdlich an Schulen aus ihrer erstmals 2008 erschienenen Biografie „Versuche, dein Leben zu machen. Als Jüdin versteckt in Berlin“ gelesen. Darin zeichnet sie eindrücklich ihren Lebensweg nach: von einer unbeschwerten Kindheit über die zunehmend von Ausgrenzung geprägten Jugendjahre, ihre Flucht in den Untergrund nach der Deportation ihres Bruders und ihrer Mutter bis hin zu ihrer eigenen Deportation in das Ghetto Theresienstadt, das sie nur knapp überlebte. Als einzige Überlebende ihrer direkten Familie war es Margot Friedländer ein besonderes Anliegen, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass sie keine Schuld an den Verbrechen ihrer Vorfahren tragen, wohl aber eine Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft, dass sich die NS-Verbrechen nicht wiederholen.
Zur Fortsetzung des Lebenswerkes unserer Stifterin entwickeln wir in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle Holocaust Literatur an der Justus-Liebig-Universität Gießen Lehr- und Lernmaterialien zum Einsatz der Biografie von Margot Friedländer im fächerübergreifenden Unterricht ab Klasse 9.
Die Lern- und Lehrmaterialien für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sollen an allen weiterführenden Schulen (Haupt-, Real-, Gesamt-, Sekundar-, Förder- und Berufsschulen sowie an Gymnasien) und in allen deutschen Bundesländern zum Einsatz kommen. Begleitend wird eine Online-Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer entwickelt, die den Einsatz der Biografie und des Avatars, eines digitalen „Zwillings“ von Margot Friedländer, didaktisch begleitet. Die Bildungsangebote stehen ab Frühjahr 2027 zur Verfügung.