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Margot Friedländer Preis 2026: Jury nominiert neun Kandidaten

Berlin, 2. September 2026 Die Nominierten für den Margot Friedländer Preis 2026 stehen fest. Aus insgesamt 310 Einreichungen aus allen Bundesländern sowie aus Österreich und der Schweiz hat die unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Elke Büdenbender neun herausragende Projekte bzw. Personen ausgewählt. „Auch dieses Mal gab es wieder viele starke Bewerbungen und Nominierungen. Sie zeigen, wie vielfältig das Engagement für ein tolerantes und menschliches Miteinander in unserem Land und über die Grenzen hinaus ist. Das macht Mut. Denn die Demokratie lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen und sich für andere einsetzen.“, so Elke Büdenbender.
 
Erstmals gibt die Margot Friedländer Stiftung bereits vor der Preisverleihung die drei Nominierten in den Kategorien Projektpreis, Persönlichkeitspreis und Schulpreis bekannt. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 12. Oktober 2026 im Allianz Forum am Pariser Platz in Berlin verkündet. Der Margot Friedländer Preis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung wird von Allianz, EY und der Berliner Sparkasse unterstützt. Mit dem Preis würdigt die Margot Friedländer Stiftung Menschen, Initiativen und Schulen, die sich in besonderer Weise für Toleranz, Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie einsetzen sowie zur Aufklärung über den Holocaust und Antisemitismus beitragen.
 
Die Nominierten für den Margot Friedländer Projektpreis
Der Margot Friedländer Projektpreis würdigt Initiativen, die sich engagiert und nachhaltig für Toleranz, Menschlichkeit, Freiheit, Demokratie und eine lebendige Erinnerungskultur einsetzen.
 
„Zeit ohne Zeugen“, Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Paderborn
Das Projekt eröffnet jungen Menschen mithilfe von Virtual-Reality-Technologie einen eindrucksvollen Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus. Historische Orte wie das Anne-Frank-Haus, Auschwitz oder das Warschauer Ghetto werden unabhängig von geografischen, finanziellen oder organisatorischen Hürden erlebbar gemacht. Digitale Zeitzeugnisse, pädagogisch begleitete Reflexionsphasen und aktivierende Methoden verbinden Wissen, Emotion und Haltung. Mehr als 2.600 Jugendliche haben bereits an über 115 Veranstaltungen teilgenommen. Träger ist der Bund der Deutschen Katholischen Jugend im Erzbistum Paderborn.
www.zeitohnezeugen.de
 
Memento Wien, Österreich
Memento Wien macht die Schicksale aller 55.000 Holocaust-Opfer in Wien über eine mobile Anwendung sichtbar. Ein interaktiver Stadtplan verbindet letzte Wohnadressen mit Fotos, Biografien und Archivdokumenten. Die zweisprachige Anwendung zeigt außerdem NS-Einrichtungen, jüdische Institutionen und Orte des Widerstands. Das Projekt des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes ermöglicht damit eine niedrigschwellige und ortsbezogene Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus.
www.memento.wien
 
Film ohne Grenzen, Bad Saarow
Der gemeinnützige Verein Film ohne Grenzen organisiert seit 14 Jahren ein internationales Filmfestival sowie Bildungsprojekte für Jugendliche in Brandenburg. Über das Medium Film setzt sich der Verein für Menschenwürde, Humanität und Solidarität sowie gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit ein. Insbesondere im ländlichen Raum schafft Film ohne Grenzen einen niedrigschwelligen Zugang zu Erinnerungskultur, demokratischer Bildung und gesellschaftlichem Dialog.
www.filmohnegrenzen.de
 
Die Nominierten für den Margot Friedländer Persönlichkeitspreis
Mit dem Margot Friedländer Persönlichkeitspreis werden Menschen, die mit ihrer Haltung und ihrem außergewöhnlichen Engagement Menschlichkeit und Toleranz vorleben, ausgezeichnet.
 
Prof. Dr. Guy Katz, München
Prof. Dr. Guy Katz ist Professor für International Management an der Hochschule München und eine der sichtbaren Stimmen im Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland. Er initiierte zahlreiche Bündnisse, Kampagnen und Bildungsprojekte, darunter „München gegen Antisemitismus“, „DACH gegen Hass“ und „Antisemitismus? Ohne mich!“. Sein Engagement verbindet wissenschaftliche Expertise, gesellschaftliche Mobilisierung und konkrete politische Impulse.
www.dachgegenhass.com
 
Derviş Hızarcı, Berlin
Derviş Hızarcı ist Vorstandsvorsitzender der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.) und gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit. Seit mehr als zwei Jahrzehnten engagiert er sich gegen Antisemitismus, für den interreligiösen Dialog und für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus zu einer bundesweit anerkannten Institution für Bildungs- und Beratungsarbeit.
 
Mehmet Can, Berlin
Mehmet Can ist Lehrer und Fachleiter für Geschichte und Politikwissenschaft am Campus Rütli in Berlin-Neukölln sowie Experte für antisemitismuskritische Bildungsarbeit. Seit 20 Jahren engagiert er sich für die Erinnerung an den Holocaust, Demokratiebildung und den deutsch-israelischen Austausch in der Migrationsgesellschaft. Er entwickelt innovative Bildungsformate und unterstützt an der Schnittstelle von Verwaltung und Bildungseinrichtungen Pädagoginnen und Pädagogen im pädagogischen Umgang mit Antisemitismus und dem Nahostkonflikt.
 
Die Nominierten für den Margot Friedländer Schulpreis
Der Margot Friedländer Schulpreis zeichnet das besondere Engagement von Schülern und Schulen, die demokratische Werte stärken und Verantwortung gegen Antisemitismus und Ausgrenzung übernehmen, aus.
 
AG Kriegsgräber der Europaschule Rövershagen, Mecklenburg-Vorpommern
Die AG Kriegsgräber engagiert sich unter der Leitung der Geschichtslehrerin Petra Klawitter seit über 25 Jahren für Holocaust-Erinnerung, Antisemitismusprävention und demokratische Bildung. Rund 30 Schüler entwickeln Ausstellungen, Podcasts, Lernmaterialien, Stolpersteininitiativen und internationale Workcamps. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung jüdischen Lebens in Mecklenburg-Vorpommern und der Erinnerung an die Opfer der Shoah.
www.europaschule-roevershagen.de/ag-kriegsgraeber
 
Gymnasium Theodorianum, Paderborn
Rund 140 Schüler des Gymnasium Theodorianum engagierten sich gemeinsam mit Lehrern, Eltern und Ehemaligen für das Erinnerungs- und Demokratieprojekt „Die Kinder der toten Stadt“. Neben Aufführungen übernahmen die Schüler Aufgaben in Musik, Schauspiel, Technik, Organisation und historischer Forschung. Aus dem Projekt gingen unter anderem eine jährliche Holocaust-Gedenkfeier und die Entscheidung hervor, künftig allen Schülern der Schule den Besuch einer Gedenkstätte zu ermöglichen.
www.theodorianum.de
 
Berufsbildende Schule I Technik, Kaiserslautern
Die Berufsbildende Schule I Technik Kaiserslautern verbindet historisch-politische Bildung mit gesellschaftlichem Engagement und öffentlicher Erinnerungskultur in ihrer Stadt und bei Gedenkstättenfahrten. Schüler gestalten Veranstaltungen, entwickeln Ausstellungen und erforschen die regionale jüdische Geschichte. Dazu gehört unter anderem die Dokumentation von Stolpersteinen und die Aufarbeitung der Schicksale ehemaliger (nicht nur jüdischer) Bürger. Die Projekte werden in erster Linie im Religionsunterricht und gemeinsam mit außerschulischen Partnern, wie dem Landesjugendpfarramt, umgesetzt.
www.bbs1-kl.de
 
Der Jury für den Margot Friedländer Preis 2026 gehören Elke Büdenbender (Juristin und Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier), Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer (Vorsitzender des Vorstands), Dr. Viktoria Hennecke (Bundespräsidialamt), Arne Friedrich (ehem. Fußballnationalspieler, Podcast-Host und Stifter), Anahita Thoms (Rechtsanwältin), Gonca Türkeli-Dehnert (Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen), Wolfgang Fürstner (Vorsitzender des Kuratoriums) und Dr. Heike Maria von Joest (Unternehmerin) an.

Die Margot Friedländer Stiftung wurde im Sommer 2023 von der Holocaustüberlebenden Dr. h.c. Margot Friedländer ins Leben gerufen. Die Stiftung verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Sie setzt das Lebenswerk ihrer Stifterin fort, die sich für Toleranz und Menschlichkeit sowie für Freiheit und Demokratie engagierte. Schirmherr der Stiftung ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

 

Der Vorstand der Stiftung, zu dem Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, Prof. Monika Grütters, Dr. Mathias Döpfner, Bundespräsident a.D. Dr. h.c. Joachim Gauck und Dr. Nico Raabe gehören, ist ehrenamtlich tätig und wird von einem 17-köpfigen Kuratorium beraten.

Margot Friedländer Stiftung

Ansprechpartner: Lars Urban

Mobil +49 175 4937092

presse@margot-friedlaender-stiftung.de

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