„Margot Friedländers Haltung und ihr Engagement sind ein Geschenk für unsere Gesellschaft. Sie lehrt uns nicht nur Geschichte, sondern auch, was es bedeutet, Mensch zu sein.“
Joachim Gauck
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Die Geschichte Margot Friedländers
Geboren als jüdische Deutsche 1921 in Berlin, deportiert 1944 ins Konzentrationslager Theresienstadt, befreit im Mai 1945, entging Margot Friedländer nur knapp dem Tod durch den nationalsozialistischen Terror. Als einzige in ihrer direkten Familie überlebte sie den Holocaust. Nach über sechs Jahrzehnten im Exil in New York kehrte sie im Alter von 88 Jahren in ihre Heimat Berlin zurück und setzte sich dafür ein, dass das, was Millionen von Menschen ihrer Generation angetan wurde, nie wieder passiert. Unermüdlich engagierte sich Margot Friedländer für Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit. Sie verstarb am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren.
5.11.1921
Anni Margot Bendheim wird als Tochter von Arthur Bendheim (1892) und seiner Frau Auguste, geb. Gross (1894), in der Wohnung ihrer Eltern in der Lindenstraße in Berlin geboren.
Margots Mutter Auguste führt bis zur Geburt ihrer Tochter ein Knopfgeschäft in der neuen Grünstraße in Berlin-Mitte. Ihr Mann Arthur baut das Geschäft zu einem Engroshandel für Knopfmaschinen und Zubehör aus.
7. 8.1925
Ihr Bruder Ralph wird geboren.
Margot und Ralph verbringen an den Wochenenden, Feiertagen und in den Sommerferien viel Zeit auf dem Familiengut ihrer Onkel Paul und Richard am Scharmützelsee. Dort trifft die große Verwandtschaft sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits aufeinander.
„Wenn wir am
Sommeranfang mit einer Wagenladung Koffern und unserem Dienstmädchen ins Waldgut zogen, kam es mir so vor, als müssten wir nie mehr in die Stadt zurück.“
1931–1936
Besuch der jüdischen Mittelschule in der Großen Hamburger Straße. Margots Lieblingsfächer sind Erdkunde, Handarbeiten und Sport. Sie ist im jüdischen Sportverein Bar Kochba in der Leichtathletik aktiv.
„Ich mochte die Schule nicht besonders. […]
Ich war keine besonders ehrgeizige Schülerin.“
1936-1937
Margot interessiert sich früh für Mode und Gestaltung. Nach der Schule lernt sie Mode- und Reklamezeichnerin an der jüdischen Kunstgewerbeschule „Feige und Strassburger“ am Hausvogteiplatz.
Die Familie zieht in eine 11-Zimmer-Wohnung in der Neuen Friedrichstraße in Berlin-Mitte.
April 1937
Beginn der Schneiderlehre im Salon von Rosa Lang-Nathanson und Heinz Nathanson, zunächst in der Kalkreuthstraße, später in der Bamberger Straße 28 in Berlin-Schöneberg.
1937
Scheidung der Eltern. Die Mutter bezieht mit den Kindern zwei Zimmer in der Pension Mandowsky am Ludwigkirchplatz in Berlin-Charlottenburg. Den Vater sehen Margot und Ralph nur noch selten.
1938
Auguste Bendheim versucht, mit ihren Kindern nach Brasilien oder Shanghai auszuwandern, scheitert
jedoch – auch weil Arthur Bendheim nicht die nötige Ausreiseerlaubnis für die Kinder erteilt.
„Was willst du in Shanghai?«, schrieb mein Vater. »Verhungern kannst du auch in Berlin!“
10.11.1938
Margot sieht auf dem Weg zu ihrer Ausbildungsstätte die Zerstörungen der Pogromnacht und erlebt die unmittelbare Bedrohung erstmals selbst. Ihr Ausbilder Heinz Nathanson muss infolge des Pogroms sein Geschäft aufgeben. Margot verliert ihren Ausbildungsplatz und näht fortan Kostüme für den Jüdischen Kulturbund um.
1939
Arthur Bendheim nutzt eine Geschäftsreise zur Flucht nach Belgien. Später wird er in Frankreich interniert und am 10. August 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet.
„Wir mussten Metallteile für die Rüstungsindustrie zusammenbauen und bearbeiten. Was genau wir herstellten, wussten wir nicht. Es war eine harte und eintönige Arbeit. Wir jüdischen Zwangsarbeiter waren nur für die Nachtschichten eingeteilt.“
1941
Nach der Auflösung des Kulturbundes wird Margot zur Zwangsarbeit in den Deuta-Werken in Berlin-Kreuzberg verpflichtet, einem rüstungsrelevanten metallverarbeitenden Betrieb. Margot arbeitet in der Nachtschicht. Im selben Jahr muss die Familie in eine „Judenwohnung“ in die Skalitzer Straße 32 in Berlin-Kreuzberg umziehen.
20.1.1943
Die Gestapo verhaftet Margots Bruder Ralph. Als Auguste von der Verhaftung ihres Sohnes erfährt, geht sie zur Gestapo, um bei ihrem Sohn bleiben zu können. Sie hinterlässt Margot bei einer Nachbarin ihre Handtasche mit Notizbuch, eine Bernsteinkette und die mündliche Nachricht „Versuche, Dein Leben zu machen“. Margot entgeht dem Zugriff der Gestapo nur knapp und taucht unter. Sie sieht ihre Mutter und ihren Bruder nicht wieder. Auguste und Ralph Bendheim werden am 29. Januar 1943 mit dem „27. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert und ermordet.
„Ich war wie betäubt. Mein Bruder war fort, mein kleiner Bruder, der niemandem je etwas getan hatte. […] Warum hatte meine Mutter nicht auf mich gewartet?“
1943-1944
Margot muss immer wieder ihre Verstecke wechseln und neue Unterstützer finden. Sie trennt ihren gelben Stern ab, verändert mehrfach ihr Aussehen – sie färbt sich die Haare, unterzieht sich einer Nasenoperation – und trägt ein Kreuz an ihrer Halskette, um sich als Christin auszugeben.
Sie lernt Hugo und Irmgard Camplair mit ihrer Nichte Gretchen kennen, die sie bei sich aufnehmen. Gemeinsam ziehen sie in die Stadtwohnung eines Bekannten in der Fasanenstraße 70.
April 1944
Margot trifft im KZ Theresienstadt Adolf Friedländer wieder, den früheren Verwaltungschef des Jüdischen Kulturbundes.
Auf dem Weg zum Zoobunker wird Margot von „Greifern“ auf der Straße aufgegriffen und verhaftet. Am 16. Juni 1944 wird sie mit dem „107. Alterstransport“ als laufende Nummer 1 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Zunächst muss sie in der Schneiderei Kleider für die Ehefrauen der SS-Männer nähen, später in Baracken vor der Stadt Glimmer spalten.
"Essen. Darum drehte sich alles. Alle hungerten. Dazu die Enge und der Schmutz. Jederzeit konnte über unser Leben – oder über unseren Tod – entschieden werden. Das war schlimmer als der Hunger.“
20.1.1943
Margot trifft im KZ Theresienstadt Adolf Friedländer wieder, den früheren Verwaltungschef des Jüdischen Kulturbundes.
05.05.1945
Margot und Adolf erleben die Übergabe des Ghettos Theresienstadt an das Internationale Rote Kreuz. Erst mit dem Einzug der Roten Armee am 8. Mai realisieren sie ihre Befreiung.
26.06.1945
Margot und Adolf heiraten in Theresienstadt nach jüdischem Ritus. Vier Tage später erreicht Adolf ein Telegramm seiner Schwester Ilse aus New York. Daraufhin entschließt er sich zur Emigration in die USA.
Juli 1945
Nach einem Zwischenstopp im Displaced Person (DP)-Camp „Lager Windsor“ leben Margot und Adolf für ein Jahr im DP-Camp Deggendorf in der Nähe des Bayerischen Waldes.
07.08.1945
Standesamtliche Trauung im Rathaus Deggendorf.
18.07.1946
Mit dem Liberty Ship „Marine Perch“ emigrieren Margot und Adolf von Bremerhaven in die USA. Das Schiff legt am 28. Juli 1946 in New York an. Dort wird das Ehepaar von Adolfs Schwester Ilse empfangen. Ihr erster Einkauf in Amerika: drei Bananen. Die ersten Nächte verbringen sie in einem Hotel in Manhattan, dann wohnen Margot und Adolf in einem gemieteten Zimmer am Hudson River.
„Nun standen hier zwei Menschen, Mann und Frau, in einem neuen Land, in einem Zimmer, plötzlich allein. Nach so vielen Jahren im Lager, endlich allein.“
Margot versteht die Haltung der Emigranten in Amerika nicht; sie haben ihren Verwandten schwer geholfen und die Situation in Europa nicht ans Tageslicht gebracht.
Herbst 1946
Margot und Adolf führen in den USA den Nachnamen „Friedlander“. Margot findet Arbeit als Schneiderin bei Horowitz, während Adolf eine Anstellung in einer Druckerei erhält. Sie ziehen in ein besseres Zimmer an der West End Avenue. In New York begegnen sie ehemaligen Berliner Freunden von Adolf. Einladung zum deutsch-jüdischen Gottesdienst in der Habonim, der deutsch-jüdischen Gemeinde in New York City.
1947
Adolf Friedländer tritt eine neue Stelle als Handelsvertreter für Hüte an. Den ersten Sommerurlaub verbringt das Paar in den Catskill Mountains, einem beliebten Treffpunkt für Holocaust-Überlebende aus New York City.
Margot leidet über Jahre an einer chronischen Kolitis, verursacht durch ihre Erlebnisse im Krieg.
1948
Margot arbeitet in den folgenden Jahrzehnten als Änderungsschneiderin, später als Reiseagentin. Adolf tritt eine Stelle als Assistant Controller am jüdischen Kulturzentrum The 92nd Street Y an. Wenige Jahre später steigt er zur Position des Finanzdirektors (Associate Executive Director) auf. Umzug in eine 3-Zimmer-Wohnung in Queens.
1958
Margot und Adolf reisen das erste Mal seit ihrer Emigration nach Europa. Deutschland und Berlin meiden sie. Fortan reisen sie fast jährlich nach Europa. Über ihre Vergangenheit sprechen sie kaum.
„Aber viele Überlebende wollen nie mehr über das Geschehene sprechen. Das macht es noch schwerer, damit fertig zu werden.“
1959
Margot erhält ein Schreiben aus Berlin-Schöneberg, das den Tod ihrer Familie offiziell bestätigt.
1960-1975
1976
Adolf Friedländer setzt sich zur Ruhe; Margot gibt ihre Tätigkeit im Reisebüro auf.
1983
Margot und Adolf verbringen fortan die Winter in Palm Springs, Kalifornien.
1991
Das Ehepaar Friedländer besucht Margots Cousine in München. Es ist der erste Besuch des Paares in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkrieges.
1997
Adolf Friedlander stirbt in New York, ohne jemals wieder in Berlin gewesen zu sein. Nach seinem Tod nimmt Margot an einem Schreibkurs des Kulturzentrums 92NY teil: „Write your memories“. Sie beginnt nachts, auf Englisch ihre Erinnerungen niederzuschreiben. Als sie ihre erste Geschichte „The day I went into hiding“ („Der Tag, an dem ich untertauchte“) im Schreibkurs vorträgt, herrscht Totenstille.
2003
Auf Einladung des Berliner Senats im Rahmen des „Besucherprogramms für verfolgte und emigrierte Berliner Bürger“ kehrt Margot Friedländer erstmals in ihre Geburtsstadt Berlin zurück. Der Filmemacher Thomas Halaczinsky begleitet sie und dreht mit ihr an den Orten ihrer Jugend den Dokumentarfilm „Don’t Call It Heimweh“.
2003
Margot verliebt sich erneut in ihre Heimatstadt. Sie trifft Gretchen wieder, eine Helferin und Freundin aus ihrer Zeit im Untergrund. Margots Freundin Barbara engagiert sich für die Verlegung von Stolpersteinen für die Familie Bendheim an der Skalitzer Straße.
2005
„Don’t Call It Heimweh“ feiert beim Jüdischen Filmfestival in Berlin einen großen Erfolg. Margot Friedländer beginnt, weitere Erinnerungen auf Deutsch aufzuschreiben. Thomas Halaczinsky veröffentlicht später zwei weitere Dokumentarfilme: „Späte Rückkehr“ (2010) und „Angekommen – Margot Friedländer, Berlin“ (2021).
2008
Thomas Halaczinskys Film feiert beim Jüdischen Filmfestival in Berlin einen großen Erfolg. Anstatt der Abschluss ihrer Geschichte zu sein, wird der Film zu einem Anfang: Margot beginnt, weitere Erinnerungen in deutscher Sprache zu verfassen.
14.03.2009
Für ihre Autobiografie erhält Margot Friedländer den Einhard-Preis für biographische Literatur der Einhard-Stiftung zu Seligenstadt. Das Kuratorium begründet seine Entscheidung mit den Worten: „Das Werk Margot Friedländers ist ein glänzend erzähltes, dramaturgisch gekonnt aufgearbeitetes Stück Lebensgeschichte als Teil einer imponierenden Lebensgesamtleistung.“
März 2009
Margot und einige Freunde reisen auf Einladung des Goethe-Instituts nach Israel. Stopps in Jerusalem und Yad Vashem.
„Mir ist völlig klar, dass ich nicht nach Deutschland gekommen wäre, würde mein Mann noch leben. Ich frage mich, ob ich das Richtige tue, nachdem man meine Eltern und meinen Bruder Ralph, nachdem man meine ganze Familie umgebracht hat.“
Sommer 2009
Margot Friedländer zieht probeweise in eine Seniorenresidenz in der Nähe des Kurfürstendamms. Mit ihrem Buch tourt sie durch ganz Deutschland und hält Lesungen an Schulen. Nach der Probezeit entscheidet sie, in Berlin zu bleiben und ihre Wohnung in New York, in der sie 63 Jahre gelebt hat, aufzulösen.
07.04.2010
Der Innensenator von Berlin, Ehrhart Körting, verleiht Margot Friedländer die Urkunde zur Wiedereinbürgerung. Angesichts ihres Leidensweges sei es eine große Geste Friedländers, die deutsche Staatsangehörigkeit wieder anzunehmen, erklärt Körting.
„Ich kann nicht die dritte Generation für die Fehler und die Verbrechen der Großeltern schuldig sprechen. Sie haben es nicht getan. Sie sind aber die, die dafür sorgen müssen, dass so etwas nie wieder geschieht.“
09.11.2011
Bundespräsident Christian Wulff verleiht Margot Friedländer für ihr Engagement zur Aufklärung über den Holocaust das Bundesverdienstkreuz am Bande im Schloss Bellevue.
01.10.2016
Margot Friedländer wird mit dem Verdienstorden des Landes Berlin für ihre Verdienste um ihre Geburtsstadt Berlin geehrt.
27.01.2018
Die Obermayer Foundation ehrt Margot Friedländer mit dem Obermayer Award für ihre Verdienste um die Bewahrung und Dokumentation der jüdischen Geschichte.
26.06.2018
Margot Friedländer wird vom Berliner Senat das Ehrenbürgerrecht verliehen.
09.11.2018
Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigt Margot Friedländer mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft e. V. für ihre Verdienste um die deutsche und europäische Verständigung sowie für ihr jahrelanges Engagement um die historische Aufklärung der menschenverachtenden Diktatur des Nationalsozialismus.
2019
Margot Friedländer ist Botschafterin des Artikels 1 der Verfassung („Die Würde des Menschen ist unantastbar“) in der Öffentlichkeitskampagne „Mein Deutschland. Ich lebe hier auf gutem Grund.“
14.05.2019
Im Rahmen des Festaktes zum 70-jährigen Bestehen des Grundgesetzes ehrt die Deutschlandstiftung Integration Margot Friedländer mit dem TALISMAN-Preis 2019. Dr. Mathias Döpfner hält die Laudatio. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Bundespräsident a.D. Christian Wulff danken ihr für ihren unermüdlichen Einsatz.
27.06.2021
Margot Friedländer erhält in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche die Jeanette-Wolff-Medaille der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit für ihre besonderen Verdienste im christlich-jüdischen Dialog.
25.05.2022
Die Freie Universität Berlin verleiht Margot Friedländer die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften.
04.07.2022
Margot Friedländer erhält den Walther-Rathenau-Preis, mit dem ein herausragendes außenpolitisches Lebenswerk gewürdigt wird. In seiner Laudatio dankt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Margot Friedländer für ihren Einsatz für die Demokratie und das „Geschenk der Versöhnung“.
2023
Die Jury der Berliner Morgenpost kürt Margot Friedländer zur „Berlinerin des Jahres“.
23.01.2023
Margot Friedländer wird durch die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet.
2023
„Ich bin! Margot Friedländer“ wird erstmals im ZDF ausgestrahlt. Das Dokudrama zeichnet Margot Friedländers bewegende Lebensgeschichte auf einer fiktionalen und einer dokumentarischen Ebene nach.
2023
Margot Friedländer gründet zur Fortsetzung ihres Lebenswerkes die Margot Friedländer Stiftung.
Juli 2024
Die deutsche Vogue präsentiert Margot Friedländer auf dem Cover ihrer Juli-/August-Ausgabe. Als junge Frau hatte Margot Friedländer davon geträumt, Schneiderin und Designerin zu werden, konnte ihren Traum aufgrund der NS-Diktatur jedoch nicht verwirklichen.
2024
Im Alter von 102 Jahren wird Margot Friedländer mit zahlreichen Preisen geehrt, u.a. mit dem Hermann-Maas-Preis, der Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Berliner Bären (B.Z.-Kulturpreis), dem Brigitte Award, dem Bambi in der Kategorie „Mut“ und dem Preis für Verständigung und Toleranz des Jüdischen Museums Berlin. Die Laudatio hält Bundespräsident a.D. Joachim Gauck.
25.09.2024
Die Verfilmung ihres Lebens „Ich bin! Margot Friedländer“ erhält den Deutschen Fernsehpreis und den 3sat-Publikumspreis.
26.09.2024
In der TV-Reihe Terra X History sind die Interviews, die Regisseur Raymond Ley mit Margot Friedländer für die Dreharbeiten des Dokudramas „Ich bin! Margot Friedländer“ führte, in drei Teilen unter dem Titel „Margot Friedländer – Acht Gespräche und ein Ausflug“ in der ZDF-Mediathek abrufbar.
27.11.2024
Die Margot Friedländer Stiftung verleiht erstmalig den Margot Friedländer Preis im Humboldt Forum in Berlin. Ausgezeichnet werden sechs Personen und Initiativen, die sich mit großem Einsatz für Toleranz, Menschlichkeit und gegen Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit einsetzen.
04.04.2025
Im Rahmen der Westfälischen Friedenskonferenz verleiht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Margot Friedländer den Sonderpreis des Westfälischen Friedens. In seiner Laudatio betont Steinmeier: “Mit allerhöchstem Respekt und in Demut verneigen wir uns vor Ihrem Engagement, mit dem Sie unablässig für das Zusammenleben der Verschiedenen in unserem Gemeinwesen werben, Vorurteile und Ressentiments bekämpfen. (…) Sie helfen uns nicht nur, uns zu erinnern. Sie klären auf, was Deutschland vor 1933 in den Abgrund geführt hat”.
07.05.2025
Margot Friedländer erinnert anlässlich der Gedenkfeier zum 80. Jahrestag des Kriegsendes an die letzten Kriegstage und ihre Befreiung im Ghetto Theresienstadt. Es ist ihr letzter öffentlicher Auftritt, den Sie mit einem erneuten Aufruf an alle beendet: „Für Euch. Seid Menschen. Das ist es, was ich Euch bitte zu tun: Seid Menschen!“
09.05.2025
Margot Friedländer stirbt im Kreis ihrer engsten Vertrauten.
Sie erhält das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik, das ihr an diesem Tag durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen werden sollte, posthum.
16.05.2025
Margot Friedländer wird auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee im Kreis ihrer Freunde und in Anwesenheit der höchsten Repräsentanten der Bundesrepublik und Mitgliedern der Bundesregierung beigesetzt. Die Gedenkrede hält Leeor Engländer.
09.07.2025
Die Margot Friedländer Stiftung ehrt ihre Stifterin mit einer Gedenkfeier in der Philharmonie Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt Margot Friedländer in seiner Gedenkrede als „Jahrhundertzeugin“, die nie müde wurde, ihre Geschichte zu teilen, um nachfolgende Generationen zu ermutigen, „Zweitzeugen“ zu werden.